Vor ziemlich genau sechzehn Jahren zeigte die Krings-Ernst Galerie die Arbeiten des südafrikanischen Fotografen David Goldblatt. Es war die Serie „Wittenoom, Western Australia", sein erster großer Zyklus in Farbe, erster, der sich nicht mit seiner Heimat Südafrika befasste.
David Goldblatt, einer der bedeutendsten und einflussreichsten Fotografen Südafrikas, starb am 25. Juni 2018 im Alter von 87 Jahren. Als eine Hommage an den Künstler und ein Zeichen der größten Wertschätzung zeigt die Krings-Ernst Galerie eine Wiederaufnahme der Ausstellung von 2002.
David Goldblatt wurde 1930 in Randfontein, Südafrika geboren. 1962 verkaufte er das Herrenmodegeschäft seiner Eltern und wurde Berufsfotograf. Sein personal work widmete er der südafrikanischen Gesellschaft. Lange hielt David Goldblatt die technischen Möglichkeiten der Farbfotografie für nicht reif genug, um ethnische, politische, soziale, kulturelle Verhältnisse adäquat wiedergeben zu können.
Ob schwarz-weiß oder farbig, die zerbrechliche Balance von Hell und Dunkel, Ausgeleuchtet und Verborgen stand immer im Mittelpunkt von David Goldblatts Werk. Er bestand auf dem Primat der ästhetischen Komponente, er war kein Frontberichterstatter. Und dennoch war seine Herangehensweise stets solide recherchiert und differenziert.
1989 gründete David Goldblatt in Johannesburg den Market Photography Workshop — eine offene Photoschule für junge Menschen ohne Rücksicht auf ihre Herkunft.
Wittenoom and the Duty of care betitelte David Goldblatt den Text zu seiner australischen Serie aus dem Jahr 1999. Die Farbaufnahmen zeigen den Asbestminen-Ort Wittenoom, eine von der Industrie gebeutelte Stadt. Die Minen wurden 1966 stillgelegt. Auf allem liegt der krebserregende Asbeststaub. Eine vernachlässigte ökologische Katastrophe.
David Goldblatt fühlt sich als Fotograf in der Verantwortung, zu zeigen, und entlässt seinen Zuschauer nicht aus der Verantwortung, zu sehen. The Duty of care beschreibt ziemlich genau das Lebenscredo des Künstlers David Goldblatt.